Umgang mit ängstlichen Hunden

Es gibt den bekannten Spruch „Hunde, die bellen, beißen nicht!“. Ich nehme an, der Hintergrund dabei ist, dass Hunde oft aus Angst oder Unsicherheit bellen und entsprechend nur aus Notwehr beißen würden. Es ist aus diesem Grund also besonders wichtig, dass man sich diesen Hunden auf eine Weise nähert, die dem Hund nicht bedrohlich erscheint.

Unsere Tipps, wie man sich einem ängstlichen Hund nähern sollte:

    1. umgang mit ängstlichen hunden - TippsUnter Hunden ist das direkte Anschauen eine aggressive Geste, wenn man nicht gleich wieder wegschaut. Wer einen Hund aus Angst anstarrt, schürt damit eher die Aggression des Tieres.
    2. Direkt gerade auf einen Hund zugehen, kann für den Hund auch bedrohlich wirken. Am besten ist es, man läuft ein bisschen seitlich zum Hund und nähert sich ihm dann.
    3. Abstand halten: Wenn man eine gewisse Distanz zum Hund unterschreitet, kann es zu starken Reaktionen des Hundes kommen, weil er sich bedroht fühlt. Dieser Abstand ist bei allen Hunden unterschiedlich und kann einige Meter betragen.
    4. Manche Menschen glauben, dass Hinhalten der Hand zum Schnüffeln sei eine gute Idee. Bei manchen Hunden ist dies auch so. Andere Hunde empfinden die ausgestreckte Hand auch schonals Bedrohnung. Die beste Wahl ist immer, stehen bleiben und warten, bis der Hund von selbst kommt und schnüffelt. In dieser Zeit am besten nicht bewegen und nicht direkt anschauen.
    5. Hunde reagieren sehr stark auf die Gefühlsregungen ihres Gegenübers. Aus dem Grund ist es wichtig, dass man selbst eine gewisse Sicherheit – aber keine Aggression – ausstrahlt. Merken die Hunde, dass ihr Herrchen oder Frauchen unsicher sind, dann reagieren sie ebenfalls so.
    6. Nähe schaffen und in die Hocke gehen – ist das erste Kennenlernen positiv verlaufen, kann man sich hinhocken und dem Hund näher kommen. Man sollte jedoch darauf achten, dass man immernoch der „Chef“ bleibt, sonst kann es passieren, dass der Hund die Führung übernimmt. Es sollte nicht aussehen, als würde man sich „unterwerfen“.
    7. Nicht über den Hund beugen! Wer sich im Stehen über den Hund beugt, wirkt für das Tier bedrohlich. Wir müssen uns nur in das Tier hineinversetzen, dann wird uns klar, wie dieses Verhalten beim Hund ankommen muss.
    8. Streichen über Kopf und Nacken vermeiden. Wer den Hund streicheln möchte, sollte das Über-den-Kopf-Streicheln vermeiden. Auch dies ist für unsichere Hunde eine bedrohliche Situation.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen ein paar hilfreiche Tipps für den richtigen Umgang mit unsicheren Hunden geben. Vielleicht ist das Bellen dann schon bald Vergangenheit und das Anti-Bell-Halsband kann im Schrank bleiben.


Fotos: MarilynJane under CC BY License

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