Anti-Giftköder-Training mit positiver Verstärkung

Anti-Giftköder-Training mit positiver Verstärkung

Giftköder sind seit einiger Zeit die größte Sorge unzähliger Hundehalter.

Damit ein Hund nicht die sogenannten Giftköder frisst, die leider immer wieder von Tierquälern absichtlich draußen verteilt werden um den Tieren zu schaden, gibt es das Anti-Giftköder-Training. Man kann einen Hund auf verschiedene Arten trainieren, unter anderem durch positive Verstärkung.

Positive Verstärkung – Was ist das?

Positive Verstärkung bedeutet, dass ein Verhalten dadurch erlernt wird, dass man es mit positiven Reizen koppelt. Je positiver dieser Reiz ist, desto öfter wird das erwünschte Verhalten gezeigt. Beim Hundetraining kann man Lob und Leckerlis als positive Verstärker dazu nutzen, dem Vierbeiner beizubringen, auf das Herrchen zu warten, ehe er einen gefundenen Köder frisst. Dadurch wird vermieden, dass das Tier auf die gefährlichen Giftköder herein fällt.

Anti-Giftköder-Training

Ein wirklich übler Trend von Hundehassern ist es, vergiftetes oder mit Rasierklingen gespicktes Futter auszulegen und das nicht nur in Großstädten. Mit gezielten Anti-Giftköder-Training und aufmerksamen verfolgen der Giftköderwarnungen können Sie diesem widerlichem Trend effektiv zum Schutz Ihres geliebten Hundes begegnen. Foto: Zuzule / Bigstock

Ablauf des Anti-Giftköder-Trainings

Ein erfolgreiches Training besteht aus mehreren Schritten:

  1. Zuerst muss der Hundebesitzer eine Belohnung für seinen Hund finden. Am besten ein Leckerli, dass ihm ganz besonders gut schmeckt. Dieses darf nicht alltäglich für Kleinigkeiten verwendet werden, denn es soll weiterhin reizvoll auf das Tier wirken.
  2. Beim Anti-Giftköder-Training soll der Hund, auch wenn er etwas gefunden hat, zuerst dem Menschen seine Aufmerksamkeit schenken. Das muss anfangs täglich geübt werden, zum Beispiel beim Gassi gehen. Immer, wenn der Hund seine Aufmerksamkeit seinem Besitzer widmet, muss er genau in diesem Moment dafür belohnt werden.
  3. Das Tier soll lernen, auf Kommando seine Aufmerksamkeit auf den Menschen zu lenken. Es soll auf ein bestimmtes Wort konditioniert werden. Eine Möglichkeit ist es, immer dann, wenn man zufällig die Aufmerksamkeit erhält, das Kommandowort auszusprechen. Daraufhin gibt man dem Hund seine Belohnung, die als positiver Verstärker wirkt. Hier muss man besonders auf das richtige Timing achten, damit der Hund die Belohnung auch mit seinem gezeigten Verhalten in Verbindung bringt. Wenn man dies einige Male gemacht hat, kann man das Kommando auch dann geben, wenn der Hund gerade abgelenkt ist. Reagiert er richtig auf den Befehl und gibt dem Halter die volle Aufmerksamkeit, dann bekommt er ein Leckerli.
  4. Sobald er das Kommando gelernt hat, beginnt das eigentliche Training. Dazu platziert man beim Gassi gehen irgendwo Leckerlis, die der Hund dann finden wird. Das sollten aber nicht dieselben sein, die der Hund besonders liebt. Wenn er dann den Köder findet, sollte er – anstatt ihn einfach zu fressen – auf sein Herrchen warten. Das wird auch wieder dadurch geübt, dass man in dem Moment, wo er den Köder findet, das Kommandowort ruft. Reagiert der Hund richtig, bekommt er die Belohnung, die man anfangs ausgesucht hatte. So lernt er: Wenn ich auf mein Herrchen warte, erhalte ich die bessere Alternative. Konsequenz ist beim Training eine wichtige Voraussetzung. Zu Beginn bietet sich für das Anti-Giftköder-Training eine normale Leine an, bis der Hund schließlich gar keine Leine mehr braucht, weil er perfekt konditioniert wurde.

Giftköderschutz für Hunde

Was man außerdem tun sollte

Für das Tier ist es anfangs sicherlich sehr schwer, der Verführung zu widerstehen, wenn es gerade stolz etwas gefunden hat. Damit der Hund nicht einfach im Impuls das Leckerli frisst, ohne vorher auf das Herrchen zu warten, kann man in dem Moment, wo er es findet, Kommandowörter wie „Nein“ verwenden. Hier muss der Mensch unbedingt schneller sein als das Tier. So ein Kommando muss natürlich ebenfalls trainiert werden. Übrigens ist es nicht gut, das Wort laut und wütend herauszubrüllen. Ein ruhig gesagtes „Aus“ sollte genügen. Dabei hält man eine Belohnung in den Händen, die der Hund bei Gehorsam erhält. Man kann auch gleich noch ein weiteres Kommandowort üben, und zwar „Ok“. Dieses Kommando sagt man, wenn man dem Tier die Erlaubnis erteilt, das Leckerli aus der Hand zu nehmen.

Fehler, die man vermeiden sollte

Oft kommt es vor, dass Leute ihrem Hund beim Spazieren gehen eine Spur aus Leckerlis legen, einfach um das Tier zu beschäftigen. Da es somit lernt, dass Funde vom Boden einfach gefressen werden dürfen und man dafür vielleicht sogar gelobt wird, kann das negative Konsequenzen für das Anti-Giftköder-Training mit sich bringen. Deshalb sollte dem Hund beigebracht werden, dass er auch bei dieser Beschäftigung auf das Ok-Kommando des Besitzers wartet. Prinzipiell sollte ein Hundehalter trotzdem immer aufmerksam sein, wenn er mit seinem Hund spazieren geht, um das Tier vor gefährlichen und schmerzvollen Giftködern zu schützen.

Weiterführende Literatur

Anti-Giftköder-Training: Übungsprogramm für Staubsauger-Hunde
  • 96 Seiten - 25.02.2016 (Veröffentlichungsdatum) - Cadmos Verlag (Herausgeber)

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